Andacht

Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.

Matthäus 13, 44                                                                           


Du bist mein Schatz! Ich bin so froh, dass ich dich gefunden habe!"

Schöner kann eine Liebeserklärung nicht klingen, oder?

Wie wertvoll ist die Liebe dieses Menschen! Und meist geht ja kein aktives Suchen voraus, sondern ein zufälliges Finden. Die große Freude, die dieses "Finden" auslöst, können Sie dann nachempfinden, wenn Sie Ihren Menschen fürs Leben gefunden haben. Dann ist man bereit, alle anderen Menschen, die man möglicherweise auch gut findet, aufzugeben.

Jesus erzählt das Gleichnis vom Schatz im Acker um einen Vergleich anzustellen. So faszinierend wie der Zufallsfund des Schatzes ist, genauso attraktiv ist die Herrschaft Gottes, das Himmelreich. Dafür lohnt sich der Einsatz, alles zu riskieren, alles andere zu verkaufen - um dieses eine zu erhalten!

Mein Bekannter hatte erfahren, dass der Hauptgewinn einer Tombola noch nicht gezogen war, das war ein Auto. Und er benötigte ein neues. Also investierte er 2.000 Euro, kaufte die beiden Losbehälter leer und gewann das Auto im Wert von 25.000 Euro. Hätten Sie es auch so gemacht? 

Beim Auto vielleicht schon, aber mit dem Himmelreich? Was ist denn das Himmelreich genau? Wie erkenne ich es? Und was habe ich davon? Selbst wenn ich wüsste wo es zu finden ist, würde ich dann alles dafür aufgeben? Bei dieser Fragestellung kommen andere Reaktionen.

Jesus setzt bei diesem Schatzfund einen besonderen Akzent. Er betont nicht das aktive Suchen, sondern den Zufallsfund und die große Freude darüber!

Aus dieser Freude heraus wagte der Finder ein großes Risiko.

„Ich setz alles auf diese eine Karte. Denn ich weiß, was ich dann habe.“

Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, ...

(Lukas 2,10 f.)

So riefen die Boten Gottes es den Hirten auf dem Feld zu. Und die Hirten? Die grübelten nicht lange, die gingen los und suchten das Kind in der Krippe.

Denn mit der Freude kam auch die tiefe Gewissheit, dass es sich lohnt.

Wie steht es mit Ihrer Freude über das Reich Gottes, von dem Jesus in den höchsten Tönen schwärmt – und für das er bereit ist, alles hinzugeben.

Ja wie steht es damit? Ist diese Freude lebendig in Ihnen?

Sehnsucht danach? Dann beten sie doch mit:

Gebet:

Guter Gott, ich will an der großen Freude teilhaben. Deswegen mache ich mich auf und suche Jesus Christus. Ich will ihm immer näher kommen – und wende mich ihm von ganzem Herzen und mit all meiner Kraft zu.

Wenn ich ihm nahe bin, finde ich auch dein Himmelreich – das ist meine Hoffnung.

Ihr
Pfr. Ulrich Schineis