Andacht

Liebe Gemeinde,

danken bewahrt vor wanken, loben zieht nach oben“!

Jeden Tag erleben wir etwas, was uns stressen oder uns gefühlsmäßig herunterziehen will. Leider bleibt allerdings das Negative oft im Fokus unseres Bewusstseins „kleben“. Unser Gehirn hat noch dazu diesen „Alltagsmodus“, in dem es ständig nach Unstimmigkeiten und Problemen sucht, um das Leben zu sichern. Aber an jedem Tag gibt es auch Erlebnisse oder Gegebenheiten, die positiv für uns sind. Gelingt es uns, die Gewichtung unserer Aufmerksamkeit hin zu den positiven Erlebnissen zu bewegen, das Anhaften an den negativen Dingen also immer öfter hinter uns zu lassen, dann öffnet sich das Leben nach und nach für eine ganz andere Melodie, einen anderen Duft und einen besonderen Glanz. Unser Innenleben erfährt eine Umarmung, die keinen Überdruss kennt. Und wir gelangen in eine Stimmung, die ausrufen kann: „Ach – das ich das noch erleben darf.“ 

Dankbarkeit fängt damit an, zu lernen, den Alltagsmodus unseres Bewusstseins zu verlassen und sich ganz bewusst dem Gelungenen und Schönen zuzuwenden. 

Es lohnt sich, denn:  
Ich werde zufriedener werden und nicht so sehr von meinen Sorgen geleitet werden. Ich werde erfahren, dass sich Menschen in meiner Gegenwart wohler fühlen. Und ich werde mir leichter tun, mein Leben als ein Geschenk Gottes zu entdecken.

Nur zu dem einem dankbaren Samariter sagt Jesus: Dein Glaube hat dir geholfen. 

Dem dankbaren also, dem der Gott ehrt und nicht sich selbst, die Person, die hinter der Zuwendung Gottes Güte erfasst – diesen spricht Jesus etwas Unerhörtes zu: Diese positive Wende deines Lebens hängt mit deinem Vertrauen in eine Macht, die größer ist, als Du selbst zusammen. Dein Glaube hat dich gerettet. 

Den Undankbaren aber ist trotz Genesung in Wahrheit nicht geholfen. Sie verpassen es, die Tiefendimension ihres Dasein zu ergreifen.

Und es geschah, als er nach Jerusalem reiste, dass er mitten durch Samaria und Galiläa ging. Und als er in ein Dorf einzog, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die von fern standen. Und sie erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, Meister, erbarme dich unser! Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, während sie hingingen, wurden sie gereinigt. Einer aber von ihnen kehrte zurück, als er sah, dass er geheilt war, und verherrlichte Gott mit lauter Stimme; und er fiel aufs Angesicht zu seinen Füßen und dankte ihm; und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht alle Zehn gereinigt worden? Wo sind die anderen Neun? Haben sich sonst keine gefunden, die zurückkehrten, um Gott Ehre zu geben, außer diesem Fremdling? Und er sprach zu ihm: Steh auf und geh hin! Dein Glaube hat dich gerettet. (Lukas 17) 

Ihr
Pfr. Ulrich Schineis