Freut euch im Herren, allezeit!
Phil 4,4

Liebe Gemeinde,

eine Vorstufe zur Freude ist das Lächeln. Schade ist es, dass wir es hinter den Masken nur noch erahnen können. Aber auch die Augen können einem verraten, dass die Person, der man gerade begegnet, sich freut – oder zumindest lächelt.

Jedenfalls sind die meisten Gesichtsmuskeln entspannt, wenn wir lächeln – und nicht, wenn wir ernst dreinschauen! Auch unser Gegenüber, unser Gesprächspartner wird sich entspannen, wenn Sie ihn oder sie anlächeln. Es tut uns einfach gut, wenn wir lächeln können und wenn ein Lächeln uns anstrahlt. Lächeln und Freude sind wie gesagt eng miteinander verwandt.

Freude ist allerdings nachhaltiger und manchmal auch lauter.

Worüber haben Sie sich in der letzten Zeit ausgelassen freuen können? Worüber haben sie laut gejubelt? Was war es, das sie dazugebracht hat, das überströmende Gefühl „Freude“ nicht mehr festhalten zu können, sondern es lauthals hinauszujubeln?

Paulus schreibt diesen berühmten Aufruf, „Freut euch…“ im Philipperbrief aus dem Gefängnis heraus. Dabei erlebt er eigentlich gerade eine harte Zeit. Weil man ihn mundtot machen will, hat man ihn weggesperrt. Trotz der widrigen Umstände zieht sich das Thema „Freude“ wie ein roter Faden durch seinen Brief. Er scheint da etwas entdeckt zu haben, was seine Seele nachhaltig und tiefgründig mit Freude ausfüllt. Es muss etwas sein, das alles andere überstrahlt. Es muss etwas sein, das die Seele so tief berührt, dass es egal ist, wie die Umstände gerade so sind. Vermutlich spürt er in sich: Ich bin dem Schöpfer des Universums nicht egal. Gott hat alles, was zwischen uns stehen könnte, ausgeräumt. Ich bin durch Christus mit dem Ewigen versöhnt. Nichts kann mich mehr aus seiner wohlwollenden Hand herausreißen, nicht einmal eigenes Versagen. Nichts kann mich mehr von seiner Liebe trennen.

Wohl dem Menschen, der darüber laut jubeln – oder zumindest lächeln kann.

Herzliche Sommergrüße –

Ulrich Schineis, Pfarrer in Buxach & Buxheim