Liebe Gemeinde!

Seit 1959 steht eine Statue eines russischen Bildhauers als Geschenk der Sowjetunion vor dem Hauptgebäude der UNO in New York – als Leitbild für
die Völker und Nationen der Erde. Es zeigt, wie jemand mit aller Macht ein Schwert in einen Pflug umschmiedet. Wenn ich mich nicht irre, ist dieses Geschenk Herrn Chruschtschow zu verdanken, jenem sowjetischen Präsidenten, der in der sogenannten Kuba Krise zum Frieden griff. Atomraketen, die auf Kuba stationiert waren und die USA bedrohten, ließ er  wieder zurück nach Russland bringen. Das war knapp damals – beinahe wäre es sonst zum Nuklearkrieg gekommen. Von ihm stammt übrigens der Ausspruch: Es braucht einen Idioten um einen Krieg zu beginnen – aber
hundert Genies um ihn zu beenden.

Dass dem so ist, erleben wir gerade in Putins Krieg gegen die Ukraine. Er und viele andere … Machthaber haben immer wieder zum Schwert in Europa gegriffen. Umso erstaunlicher: Frieden zwischen Völkern ist
möglich. Und in weiten Teilen Europas ist sie – seit 1945 politische Wirklichkeit. Was für eine Geschichte! Nach zwei furchtbaren Weltkriegen war vielen Menschen in Europa klar: Krieg bringt uns um – Frieden
muss möglich sein – unbedingt. Die Europäische Gemeinschaft wurde gegründet. Das war – und ist! – das größte Friedensprojekt, das unser Kontinent in seiner langen und leidvollen Geschichte bisher erlebt
hat. Frieden ist möglich. „Erzfeinde“ können zu Freunden werden. Frankreich und Deutschland etwa. (Gleiches wünsche ich mir für die Ukraine und Russland) Wer dies vor hundert Jahren in Europa
verkündete, wurde als Spinnerin und Phantast angesehen – leider auch in den großen christlichen Kirchen. Dabei malt uns die Bibel in kräftigen Farben vor Augen, dass eine friedliche und gerechte Welt einmal sein wird – weil Gott es so will.

Etwa in Micha 4: Im Vers 3 heißt es: Gott wird unter vielen Völkern richten und mächtige Nationen zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden
ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Erntesicheln.

Was für eine Vision! Frieden ist möglich. Kostbare Ressourcen können dann in das Wohlergehen der Menschen fließen. Das bedeutet aber doch für mich: Es gibt Bereiche in meinem Leben die verschlingen noch unnötig viel Kraft und Freude, weil Streit lähmt und verletzt. Wird es friedlicher in mir und um mich herum – kann ich aufatmen und mit neuer Kraft Neues anpacken.

Welchen Streit in meinem Leben kann ich noch beilegen? Wo kann ich dem Frieden und dem Wohlergehen der Menschen um mich herum dienen?

Pfr. Ulrich Schineis