„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit." (2. Timotheus 1,7)

Hier finden Sie Gedanken und Texte zur aktuellen Situation von der Gemeindeleitung.

Liebe Gemeinde,

darf ich Sie einladen dem Gedankenspiel eines Poeten etwas nachzusinnen? Gabriel Garcia Marquez schreibt: Wenn Gott mir erlauben würde, dass ich für einen Tag keine Marionette wäre – würde ich die Dinge als das annehmen, was sie bedeuten und nicht als das, was sie Wert sind.

  • würde ich viel mehr träumen und nicht nur schlafen.
  • würde ich auf das hören was andere mir zu sagen haben und den ganzen Tag Eis essen.
  • würde ich mich – trotz der langen Zeit mit meiner Gefährtin – immer wieder neu in sie verlieben.
  • würde ich einem Kind Flügel verleihen, damit es alleine fliegen lernen kann.

Sicher fallen ihnen noch ganz andere Dinge ein: Etwa ein langer Flug über weite Horizonte, oder ein Tag an und in einem wilden Fluss, oder unbeschwert und schmerzfrei durch einen Tag leben zu können …

Mir fällt noch ein Satz aus der Bibel ein. Er ermuntert mich, dieses dichterische Gedankenspiel viel öfter in mein Leben zuziehen: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! (Brief des Paulus an die Glaubenden in Galatien, 5. Kapitel) Jetzt wage ich es.

Das Gedankenspiel des Poeten darf ich für mich anwenden. So vielleicht: Wenn ich einen Tag lang keine Marionette wäre, würde ich mich gelassen Gottes Führung und Fürsorge anvertrauen.

Gebet: Gott, du machst mich frei, wenn ich mich an Jesus Christus binde. Wo sich mein Leben verknotet hat – löse es bitte. Ich kann das nicht mehr selbst entwirren. Aber Dir vertraue ich alles an. Auf deinen weiten Horizont freue ich mich schon. Amen.

Pfr. Ulrich Schineis