„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit." (2. Timotheus 1,7)

Hier finden Sie Gedanken und Texte zur aktuellen Situation von der Gemeindeleitung.

Lieber Leser,

Leben in bedrängten Zeiten……. ist eigentlich ganz normal für Milliarden von Menschen. Nur ein kleiner Teil der Menschheit kann den Wohlstand genießen wie wir in unseren Breitengraden. Eines aber haben wir alle gemeinsam. Wir alle haben den Kreislauf unseres Lebens zu beenden. Dass das gut gelingt, gehört ebenfalls zum Leben… auch in bedrängten Zeiten. Leider gilt aus meiner Sicht: Dass das Sterben eine Lebenskunst ist, das haben wir spätestens in der Moderne verlernt. Still ist es ums „Sterben“ geworden. Wir ringen lieber mit aller Macht darum, nicht an Covid 19 zu erkranken und – schlimmstenfalls – daran nicht zu sterben. Die Lateiner pflegten zu sagen (auf manch einer alten Uhr ist das noch zu lesen) „mors certi, hora incerti“ – „Das Sterben ist sicher, die Stunde nicht“. Das ist knapp und unsentimental. Hinzuzufügen ist meiner Meinung nach noch: Auch die finale Ursache des Endes unseres Lebensbogens ist unserem Zugriff entzogen. Wir können unser Leben nicht verlängern.

Aber – wir können es vertiefen! Und wenn wir es gut ausgelotet haben, unser Leben – dann mag das Loslassen auch besser gelingen. Deswegen wünsche ich uns in dieser besonderen Zeit nicht nur: „Bleiben Sie gesund“. Das ist schon ein guter Wunsch –aber vielleicht etwas oberflächlich. Ich möchte Ihnen lieber zurufen: „Bleiben Sie in Ihrem Leben geborgen!“ Denn – was auch immer Ihnen widerfährt – selbst im Sterben gibt es Geborgenheit zu finden. Gott lädt dazu ein. Geborgenheit in einem weiten Horizont. Immer! Im guten Leben, in bedrängten Zeiten und auch in der letzten Phase unseres Lebensbogens – dank Jesus Christus. Ach ja, mir fällt noch ein: Da war doch etwas mit „Geborgenheit und Leiden“ in seinem Leben…

Ulrich Schineis, Pfarrer