Etwas Poesie zu Beginn:

Hoffnung senket ihren Grund
in das Herz – nicht in den Mund.

(Gottfried Keller)

Paulus schreibt: Die Hoffnung lässt dich nicht zuschanden werden.

Mit einer vibrierenden Hoffnung kommt Paulus in der Mitte seines Briefes an die Römer an – aber auch in der Mitte zwischen Himmel und Erde. Und auch mitten zwischen unserem Kopf und unseren Füßen, …. Und da schlägt unser Herz.

Gemäß einem weiteren sehr weisen Wort der heiligen Schrift gilt: „Um alles pflege dein Herz, denn daraus quillt das Leben.“

Also gilt es, eine gute „Innenpflege“, „Soulcraft“, „Seelsorge“ – oder wie auch immer du es nennen willst – für dich selbst zu entwickeln und am Leben zu erhalten. Denn wir alle wissen: Die innere Einstellung zu einer Situation entscheidet über die Bewältigung dieser.

Ein Beispiel: Wir können noch so geübte und durchtrainierte Kletterer sein – kommt die Furcht in einem hoch, dann hat man nur halbe Kraft und bewegt sich ungelenk.

Was in unserem Herzen ist, entscheidet also darüber, ob unser Leben gelingt und wir „Sinn“ finden. Wenn wir unser Leben bewältigen wollen, in Herausforderungen bestehen wollen, dann müssen wir uns folglich dringend um unsere innere Grundeinstellung sorgen.

Dem entspricht: Wenn wir das was Jesus über den Menschen gesagt hat ernst nehmen, dann wird unser Leben in uns entschieden – und nicht außerhalb!

In seiner Auslegung alttestamentlicher Gesetze (Töten, Ehebrechen, Stehlen, Schwören, etc….) fordert Jesus unsere innerste Haltung heraus. Ein Blick genügt, ein Gedanke reicht, ein schnelles Wort…und schon ist klar: Was aus dem Innersten herauspurzelt, offenbart die „Reinheit“ der Seele. Hart aber fair.

Also gut …was ist Innen drin los? Da ist die gleiche Vielfalt und erschaffene Schönheit wie „Draußen“. Auch in deinem Herzen blüht Wunderbares und wuchert Unkraut. Ja, es ist wie in deinem Garten.

Diesen inneren Garten gilt es zu pflegen! Quellen? Wo sprudelt es? Und wohin fließt das lebendige Wasser? Erreicht es auch die dürren Zonen? Braucht es vielleicht einen neuen Fließweg? Gibt es zu feuchte Areale, wo der Boden sauer werden droht? Monokultur? Gibt es eine Pflanze (Sorgen, Süchte, selbstgesteckte Ziele, Wurzelsünden), die alles Leben zu ersticken droht…Ihr innerer Garten, in welcher Verfassung ist der? Wo stehen Sie da? Vielleicht bekommen wir einen guten Blick für die Qualität unseres Inneren, wenn wir kurz überlegen: Was war die letzte Herausforderung und wie war da die Stimmung innen drin…

Zum Schluss: Auf was ist denn deine christliche Hoffnung gerichtet? Das fragst Du mich vielleicht. Ich aber frage Dich: Auf was ist deine Hoffnung gebaut. Gott ist der Grund einer Hoffnung, die uns nicht beschämt im Regen stehen lässt. Nicht unsere Hoffnungskraft rettet uns! Unsere Gestaltungskraft – sowohl die, die im Innenleben wirksamwerden will – wie auch die, die nach Außen wirkt, hat definitv Grenzen.

Auf unserem Planeten gibt es kraftvollere Mächte, als wir es sind! Das Klima und Viren erinnern uns daran.

Und Gleiches gilt auch für unser Innenleben. Da tobt auch so mancher Sturm. So manche lebensfeindliche Kraft hat uns fest im Griff. Sei es der Mammon oder andere gefährliche Einstellungen und Haltungen.

Deswegen noch einmal: Gott ist unsere Hoffnung – allen Bedrängnissen zum Trotz. Eine in Gott getauchte Seele, eine Person, die mit Jesus Christus per Du ist – wird auch in schweren Zeiten zu Ruhe und Frieden finden – und von dort aus nach Außen hin lebensfördernd und liebesfördernd wirken.

Ein „in Gott gegründeter“ Mensch, besteht und lebt. Stimmst Du mir zu?

Pfr. Ulrich Schineis

Predigtauszug über Römer 5,1-5, gehalten am 8.3.2020 in Buxheim (Es gilt das gesprochene Wort.)